Ist eine BU-Versicherung für Studenten sinnvoll?

Ist eine BU-Versicherung für Studenten sinnvoll?

Als erstes die Frage: Wie hoch ist dein persönliches Sicherheitsbedürfnis? Liebst du das Risiko ohne Absicherung, da dir schon nichts Schlimmes passieren wird - jedenfalls nichts so Schlimmes, dass du später nicht mehr arbeiten kannst? Dann sind die folgenden Punkte für dich uninteressant. Wenn du zu den Studenten und Studentinnen gehörst, die sich auf jeden Fall Gedanken um ihre persönliche, berufliche und gesundheitliche Zukunft machen, dann sind hier die Punkte, die du bedenken solltest.

Welchen Beruf strebst du an?
Je spezialisierter der Beruf und je mehr von deinen körperlichen Voraussetzungen abhängt, umso interessanter ist der Abschluss eines Berufsunfähigkeits-Schutzes während des Studiums für dich. Denn wer als Berufswunsch beispielsweise Chirurg, Lehrer oder Architekt hat, wird von der Versicherung, wenn er sich für einen Berufsunfähigkeitsschutz erst nach dem entsprechenden Studium entscheidet, in eine andere Tarifgruppe eingeteilt und muss entsprechend mehr zahlen, als wenn er "von Beruf Student" ist.

Was sind die Argumente der Versicherungen?
Ein beliebtes Argument: Jeder Vierte wird vor der Rente berufsunfähig.
Dabei geht es meistens um sehr viel Geld. Ein Akademiker verdient heute schnell mehr als 4.000 € im Monat. Wer dann beispielsweise mit 50 berufsunfähig wird und noch 17 Jahre bis zum Rentenbeginn hat, dem fehlen 816.000 € Gehalt. Vom Staat gibt es da in der Regel nur sehr wenig Unterstützung.

Es gibt 2 wesentliche Gründe, warum eine Absicherung schon im Studium Sinn macht:

  1. Je jünger man einsteigt, desto niedriger sind die Beiträge. Außerdem wird man als Student in der Regel in eine sehr günstige Tarifgruppe eingeteilt, da die Versicherer davon ausgehen, dass das Risiko einer Berufsunfähigkeit nicht so groß ist wie beispielsweise bei Industriekletterern. Sollte man sich nach dem Studium doch für einen riskanteren Job entscheiden, kann man in der Regel trotzdem den günstigeren Tarif weiter nutzen. Allerdings sollte man das beim Jobwechsel in jedem Fall noch einmal mit dem Versicherer abklären.
  2. Gesund einsteigen lohnt sich. Sind bereits Krankheiten vorhanden, verlangen Versicherer je nach Krankheit möglicherweise einen Aufschlag auf den Versicherungsbeitrag oder man wird nicht angenommen. Deshalb gibt es in der Regel auch einen umfassenden Gesundheitsfragebogen, in dem man unbedingt genau und wahrheitsgemäß angeben muss, welche gesundheitlichen Probleme man hat. Da einem im Grunde täglich irgendetwas passieren kann, sollte man einsteigen, so lange man noch jung und 100% fit ist.

Beide Punkte sieht auch die Stiftung Warentest als wichtige Argumente sich schon als Student abzusichern.

Einige Versicherer bieten für Studenten spezielle Einsteigertarife. Die haben den Vorteil, dass man zu einem reduzierten Beitrag einsteigen kann. Das macht Sinn so lange das studentische Budget nicht so viel hergibt. Später kann man dann ohne weitere Prüfung der Gesundheit den Versicherungsschutz ausbauen.

Einstiegstarife gibt es hier schon für unter 10 Euro pro Monat. Wichtig ist, dass man bei der Berechung des Tarifs den “Schutz für Berufseinsteiger” auswählt und als Beruf Student angibt.